30. April 2026
Gerade erschienen bei "Flusslaut"
In der digitalen Antholgie werden wöchentlich neue Gedichte rheinischer Autor*innen veröffentlicht, kuratiert von Christoph Wenzel, Lyriker und Herausgeber. Schön, freut mich!
27. April 2026
Endspurt
Bis Donnerstag könnt ihr die April-bodo noch kaufen - mit meiner Reportage über Nina Gygax, Chefin der JVA Dortmund.
Oder gleich hier - ungekürzt - lesen unter Reportage: Nina Gygax.
25. April 2026
Das war kaum zu toppen
Volles Haus bzw. voller Wilhelmplatz und beste Laune bei allen, die unter dem Motto „Schluss mit den Nazitreffen in Dorstfeld“ angereist waren. Diesmal hatten die OMAS GEGEN RECHTS DORTMUND-WEST den Hut auf. Unter der Federführung von Blockado wurde, wie mittlerweile üblich, am letzten Freitag des Monats eine Gegenveranstaltung zu den „Heimatabenden“ in der Tusneldastraße organisiert. In Rufweite zum Wilhelmplatz werben die Dorstfelder Neonazis dort gezielt um Nachwuchs, rekrutieren Jugendliche, indoktrinieren sie mit ihrer Ideologie.
Applaus von allen Seiten für: Die Lieder der „Oldkehlchen“, die Reden, die Gedichte, als Höhepunkt eines von Nelly Sachs. Applaus für die Mitmachaktionen, die Karten und Sticker einer Künstlerin aus Wetter. Die Trommlerinnen, allesamt im Enkelinnen-Alter, wurden ebenfalls begeistert beklatscht; die Schmalzstullen (vegan), die die OMAS feilboten, gingen weg wie warme Semmeln. Der Stadtteilladen WILMA stellte Tische und Stühle, verkaufte Getränke zum Selbstkostenpreis, half, wo Not an der Frau war. Das war, so unisono nicht nur die Oma-Meinung, ein großartiger Abend in Dorstfeld, der Kraft fürs Weitermachen gab und den Zusammenhalt stärkte.
22. April 2026
Zwischen Provokation und Mainstream
Das waren noch Zeiten! Eine sehr gelungene Ausstellung in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen mit den Werken vieler heute namhafter bis weltberühmter Künstler*innen aus der Sammlung Heinz Beck. Besonders interessant natürlich für die "Baby-Boomer" - hier wird die eigene Geschichte gezeigt.
17. April 2026
Heute erst mal vor die Tore der Stadt ...
Saatkartoffeln kaufen
Dann zurück über die City Richtung Dorstfeld
und über die leise plätschernde Emscher in den Wiesengrund ...
... geradewegs zur Datsche.
Ein Traum die Kirschbaumblüte in diesem Jahr. Das Bussardpaar ist auch wieder da und zieht hoch am Himmel majestätisch seine Kreise. Hier ist man nur ein paar Kilometer von der Dortmunder City entfernt und in einer ganz anderen Welt. Das ist magisch!
15. April 2025
Der Bachelor Soziologie
ist das nächste Ziel von Johannes und Jule von der TU Dortmund. Im Rahmen ihres Studiums führen sie und andere Kommiliton*innen Interviews mit einigen OMAS GEGEN RECHTS durch - mit interessanten Fragestellungen zur Motivation, zu politischer Arbeit gestern und heute, zu erlebter Altersdiskriminierung ... Das war ein spannender Nachmittag. Und viel gelacht haben wir auch.
Schmankerl am Rande: In Jules Alter hatte ich haargenau die gleiche Frisur. Allerdings hatte ich den Schopf (bzw. was davon noch übrig war) orangerot gefärbt. Wenn schon - denn schon, was?! Nun bin ich gespannt, wann es eine Auswertung der Interviews gibt und was sie als Ergebnis liefern.
13. April 2026
"PRÜF-Demo" in Düsseldorf
Am vergangenen Samstag haben sich nach Angaben der Veranstaltenden etwa 2800 Menschen vor dem Landtag der NRW-Landeshauptstadt eingefunden, um für einen PRÜF-Antrag zu demonstrieren: Erreicht werden soll, dass alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem oder als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuft werden, durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden. In elf deutschen Städten versammeln sich an jedem zweiten Samstag im Monat Demonstrierende, und es werden immer mehr. Auf der Bühne gab es Reden, Lieder und einen Poetryslammer. Nico Semsrott aus Hamburg, der PRÜF ins Leben gerufen hat, zeigte sich in einer Pressemeldung zuversichtlich, dass eine Bundesrat-Mehrheit für einen PRÜF-Antrag erreichbar sei. Die nächste Demo in Düsseldorf: am 9. MAi um 14 Uhr. Diesmal nicht vor dem Landtag, sondern als Laufdemo.
Mehr Infos:
10. April 2026
In memoriam Mario Adorf
Ein Rückblick.
18 . März 2012
CASABLANCA - DIE Bar schlechthin im Universum (und im Dortmunder Unique-Hotel!) Zum Frauentag waren wir zuletzt da. Davor ab und zu. Dazwischen mal gar nicht, aber damals! Damals oft.
Als wir noch den Theaterkurs bei Monika Pirklbauer hatten. Stücke gelesen haben, mit Dramaturg*innen diskutiert. Die Generalproben besuchen durften: "Und nicht klatschen, niemals!, auch nicht, wenn ihr begeistert seid, das bringt Unglück!"
Kay Voges hat mich damals getröstet, als ich es aus Versehen trotzdem tat. Hach ja: So war das 2012. Da hatte ich noch eine Kamera - eine kleine feine
Lumix. Da gab es das Café Moses in der Adlerstraße noch. Und da ergab es sich in der Bar Casablanca, dass ich nach langen Jahren in Hamburg endlich in Dortmund Fritzi Haberlandt wiedersah.
Und Mario Adorf ein ganz kleines bisschen und auch eher von weitem kennenlernte. (Er schien ein wenig erkältet.).
Aber lest selbst.
7. April 2026
Langeweile? Zu nix richtig Lust?
Zeit für den Podcast - mit meinen Gedichten - und Passagen aus dem Kinderbuch!
Ursula Maria Wartmann liest aus "Gegen acht im Park" und "Am Ende der Sichtachse", erschienen in der edition offenes feld 2020 und 2021.
Und aus dem Kinderbuch "Drei Kinder und ein kleiner Hund", einem Gemeinschaftsprojekt mit Maria Braig, epubli 2024.
Hier klicken und reinhören:
6. April 2026
Sie hätten da noch Fragen ...? Kein Thema, kriegen wir hin!
Die OMAS GEGEN RECHTS:Wieso gibt es in Dortmund gleich zwei Gruppen von denen, denen, den, also diesen ... ?
Sind die alle echt so richtig alt? So alte Frauen? Sind die alle doof? Sind die alle am Ende linksversifft? Können die alle das Lied "Scheiß AfD" auswendig? Wieso stricken die nicht einfach Topflappen oder hüten ihre Enkelkinder? Himmel! Das sind Fragen, Leute!
Aber entspannt euch. Hier gibt's endlich Antworten. Die ganze verdammte, ungeschönte Wahrheit gibt's hier, denn darauf habt ihr ein Recht. Und die ganze verdammte Wahrheit - das kann nur eine von innen. So richtig von innen. Eine Insiderin berichtet ... Ich: Eine OMA. Und dann noch eine gegen Rechts. Schnallt euch an!
Wenn etwas unklar ist, kommt der Tag, an dem man es klären will. Da es in der Stadtgesellschaft immer wieder Fragen gibt, sind die OMAS GEGEN RECHTS DORTMUND-WEST an genau diesem Punkt. Im „Meilenstein“ in Dortmund-Marten erklären sie, warum es in Dortmund seit einer Weile zwei OMA-Gruppen gibt. Was sie verbindet. Und was sie unterscheidet.
Von (und mit!) Ursula Maria Wartmann
Sie sind seit dem 2. Oktober 2025 am Start; ab diesem Datum sind sie die zweite OMA-Gruppe in Dortmund. Sie sind laut und kämpferisch. Fast alle im Rentenalter, mit den unterschiedlichsten Arbeitsbiografien. Sie können diskutieren und singen. Oder Flyer verteilen. Sie können auch Buttons drucken. Sie können Kaffee und Kuchen. Und sie können Webseite – ihre ist eine richtig gute. Schaut mal hier:
(www.omasgegenrechtsdortmundwest.de.) !
Mit von der Partie
Recherchieren können sie, Vorträge halten können sie auch. Und sie können nach vorne gucken: Beharrlich für Menschenwürde und Demokratie.
Dieser Slogan steht auf dem riesigen gedruckten Banner, das sie auf Demos mit sich tragen. Das sie dabeihaben, wenn wieder ein Infostand in der Stadt aufgebaut wird, wie an der Reinoldikirche zum Holocaust-Gedenktag, wo sie mit vielen Menschen ins Gespräch kamen. Am Tag gegen Rassismus war es nicht anders. Sie waren da. Verteilten Flyer. Infomaterial. Kamen ins Gespräch. Und natürlich ist das Banner auch dabei, wenn mal wieder, initiiert von Blockado, ein „Heimatabend“ der Rechten in Dortmund-Dorstfeld stattfindet. Ehrensache: Jedes Mal sind sie mit von der Partie. Im April haben sie bei der Gegenveranstaltung den Hut auf, sprich: Einzelne Programmpunkte werden von ihnen gestaltet. Dann, wenn die Nazis wieder rechten Nachwuchs einladen in den Dorstfelder „Kiez“, einen Steinwurf vom Wilhelmplatz entfernt.
Langweilig wird es nicht
Kirsten bringt es auf den Punkt. „‚Bleib kritisch, Mädchen‘“, hat mein Vater immer zu mir gesagt. Sich den eigenen, unabhängigen Geist zu bewahren, solidarisch sein und engagiert, das war für ihn und dann auch für mich tatsächlich immer wichtig. Deshalb bin ich bei den OMAS, deshalb bin ich hier.“
„Wir planen an dem Abend in Dorstfeld“, sagt Nanni, „einen Auftritt unseres OMA-Chors namens Oldkehlchen – genialer Name, oder?“ Sie schenkt Kaffee nach, rückt den Teller mit den Keksen zurecht. „Gitarren sind dabei und Trommeln. Es wird ein bisschen was Selbstgemachtes zu futtern geben. Reden natürlich, überschaubar lang. Und ein paar Gedichte gegen Faschismus und Gewalt. Mal sehen, was noch, es sind ja noch etwas hin.“ Sie lacht: „Langweilig wird es jedenfalls nicht!“
Kampferprobt sind die OMAS in Dortmund seit langem. Seit dem 22. April 2024, um genau zu sein. Da wurde der Gründungstermin in der lokalen Presse veröffentlicht. Eine Handvoll Frauen war es damals, die sie aus der Taufe hoben: Die OMAS GEGEN RECHTS DORTMUND.
Selbständig denken mit eigenem Kompass
Die Gruppe wuchs in Schallgeschwindigkeit. Die Veranstaltungen platzten aus allen Nähten, eine Teilung bot sich an. Zumal eine Frage ungelöst blieb: Verein? Oder kein Verein?
„Als sich im vergangenen Sommer die Frage stellte, ob die Dortmunder Omas ein Verein sein wollen“, erzählt Katharina, „wurde klar, dass etliche Frauen unterschiedliche Vorstellungen hatten. Nein, nein: Das war nicht so unseres, diese Idee – was wir übrigens mit vielen OMA-Gruppen in Deutschland gemein haben. Wir konnten die Argumente dafür nicht nachvollziehen.“ Für sie ist es sonnenklar, dass sie nur das macht, wo sie auch dahintersteht: „Das hat meine Mutter mir beigebracht. Selbstständig denken mit eigenem Kompass, das war ihr Motto.“
Nebenan tippt mit dem Zeigefinger Brigitte auf ein Blatt Papier, das vor ihr liegt. „Das hier sind unsere Leitlinien. Da sieht man auf den ersten Blick: So zu arbeiten, das erfordert Geduld, die Bereitschaft, sich lange und möglichst ohne Gereiztheiten auseinanderzusetzen.“ Sie hat als Kind einen Bildband mit KZ-Häftlingen gesehen. „Die ganzen Haarberge, die Lampenschirme. Ein Kind mit einem gelben Stern am Hemd. Das hat mich total erschüttert und geprägt, das vergesse ich nie.“
Ausdrücklich: Basisdemokratie
Die West-Omas präferieren ausdrücklich die Idee der Basisdemokratie; ihre Leitlinien schließen Hierarchien konsequent aus. Gilla winkt ab: „Das kann nicht zusammen funktionieren - ein eingetragener Verein und wir. Es ist nämlich so: Wir ticken einfach anders ...“ Die Dominanz einzelner wird hier strikt vermieden; West-OMAS entscheiden im Konsens. Immer. Und: Bei grundlegenden Bedenken gibt es ein Vetorecht für jede. Im Westen teilen sie Ressourcen, Verantwortung, ihre Fehler und ihre Erfolge. Die feiern sie, das können sie nämlich auch.
Offene Arme
In Marten wurde man im „Meilenstein“ mit offenen Armen aufgenommen. Einige der West-OMAS waren schon seit langem in dem Nachbarschaftstreff aktiv. Ausstellungen, Lesungen, Workshops … Hier brummt der Stadtteil-Bär in einem quicklebendigen Treffpunkt. „Dass wir West-Omas hier andocken konnten, war ein echter Glücksfall“, sagt Dagmar und greift beherzt zu den Keksen. Sie sei, erzählt sie, schon als Kind oft mit den Eltern und Großeltern zu Gedenkveranstaltungen in der Bittermark gewesen. „Da gab es diese Bombentrichter“, sagt sie, „und ich wollte wissen, was das für Löcher sind. Sie haben mir erklärt, was es damit auf sich hat, und mir früh ein Bewusstsein dafür vermittelt, was Unrecht ist.“
Eigentlich ganz einfach
Unterm Strich ist es eigentlich ganz einfach. Die Dortmunder OMAS sind sowas wie das doppelte Lottchen. Für jede Frau, die mitarbeiten möchte, gibt es in einer der beiden Gruppen garantiert ein maßgeschneidertes Angebot. Die OMAS GEGEN RECHTS DORTMUND-WEST sind kein Verein, und es geht ihnen prächtig damit. Ohne Hierarchie. Mit viel Witz und Wärme. Wer einen Verein will, geht einfach ein Haus weiter. Präsent sind die OMAS unisono in ihren Westen, wie am Karfreitag wieder in der Bittermark, und immer beharrlich: Für Menschenwürde und Demokratie. Und das genau steht auf beiden Bannern.
Kurzum: Das doppelte Lottchen lebt. Manchmal nicht so doppelt. Und manchmal eben doch. Denn, Hand auf Herz: Worum geht es hier?
Genau. Darum!
Hier kann man die West-OMAS im Netz finden: omasgegenrechtsdortmundwest.de.
Wir verzichten auf Präsenz bei Facebook und Instagram.
3. April 2026
Nie wieder Faschismus!
Gemeinsam erinnern, gemeinsam ein Zeichen gegen das Vergessen setzen - das war das Ziel der Gedenkstunde an der ehemaligen Gestapo-Polizeiwache in Hörde. (Heute ein Wohnprojekt). Monika Driesner-Görke, SPD, von der Bezirksvertretung Hörde, die SPD-Landtagsabgeordnete Anja Butschkau und Dr. Markus Günnewig von der Gedenkstätte Steinwache fanden bewegende Worte, als sie das Schicksal der hier Inhaftierten schilderten, die dem Terror der Nazis ausgesetzt waren und schließlich ermordet wurden. Ich durfte auf Einladung von Monika Driesner-Görke zwei Gedichte vortragen; Gunnel Christine Hinrichsen und Reinhard Schmidt trugen an der Klarinette Klezmer-Musik vor. Danke dafür und danke, dass ein SPD-Ortsverein solche Erinnerungsarbeit möglich macht.
29. März 2026
Nur Mut!
Filmpremiere im ROXY in der Münsterstraße. Filmemacher Horst Herz stellte vor vollem Haus seinen Dokumentarfilm über Menschen vor, die seelische Krisen durchlitten und Wege zur (Selbst-)Heilung fanden. Uneingeschränkte Bewunderung gebührt den Protagonist*innen für ihren Mut, sich trotz der bestehenden gesellschaftlichen Vorurteile zu öffnen: Tolle Menschen, die ihren Weg gegangen sind, obwohl er steiniger war und beschwerlicher als der Weg vieler anderer Menschen. Berührend der Film und berührend die folgende Stunde, in der fast alle Mitwirkenden vor dem Publikum im Gespräch noch einmal Stationen ihres Leidens, Kämpfens und schließlich Siegens aufzeigten; Günter Rückert, vielseitiger Künstler - Maler, Grafiker, Autor - dürfte der bekannteste unter ihnen sein. Riesenapplaus in den Rängen!
Ob auch dieser Horst-Herz-Film, wie etliche vor ihm, irgendwann im Fernsehen gezeigt wird? Diese Frage konnte Herz nicht beantworten. Zu wünschen wäre es dem Film, denn in der Tat macht er Mut. In Dortmund wird er noch einige Male gezeigt: Im Sweet Sixteen im Depot.
24. März 2026
"Zu blöd!"
Ein Gastbeitrag von mir für die Nordstadtblogger zu der zweiten OMA-Gruppe in Dortmund: Den OMAS GEGEN RECHTS Dortmund-West, der ich, das weiß die halbe Stadt, mit dem größten Vergnügen angehöre, nachdem mir, wie so manch anderer OMA, klar wurde, dass eine Vereinsgründung nichts für mich ist.
Was mich - als alten wenn nicht uralten Hasen in Sachen Journalismus - an einer fairen Berichterstattung selbstredend nicht hindert und gegen keinen Kodex verstößt. Auch dann nicht, wenn Gerüchte das zu kolportieren versuchen. ("Fake news"). Ick lach mir schlapp! Nee nee: is nich!
Leider rennt man im Leben ja gelegentlich auch mal gegen eine Wand - selbstredend, ohne nachhaltig die Laune zu verlieren. Die Nordstadtblogger haben die Geschichte - honorarfrei !! - auf ihrer Seite erst gerne genommen, nette Titel und Zwischentitel eingebaut. Und dann wieder runtergenommen. Warum? Darum: Die sich an dem Artikel entzündende Diskussion, ausgelöst durch den Leserinnenbrief einer Oma gegen Rechts Dortmund (Verein), sei ihnen "zu blöd". Vermutungen, welche Oma als Brandbeschleunigerin tätig war? Yep. Und alle waren Treffer: Genau. Die. Die kann sowas!
Ach, Nordstadtblogger!
Sowas von unprofessionell. Und sowas von peinlich - uuuiii, echt zum Fremdschämen! Hab aus dem Stand meine Jahre lange Unterstützung per steady gekündigt. Ging problemlos, nachdem ich den Grund benannt habe. Sowas akzeptiere ich nicht länger als journalistische Gegenöffentlichkeit für Dortmund.
Im Blog findet ihr den Artikel als pdf.
22. März 2026
Kusinen-Geburtstag
in meiner Heimatstadt Oberhausen. Im "Wunschcafé" - hübsch und verträumt in einem ehemaligen Pfarrhaus.
Später nach Duisburg-Walsum rüber, keine zehn Kilometer weiter, an einem Lieblingsplatz den Sonnenuntergang am Rhein genießen.
Zurück nach Dortmund am Gasometer Oberhausen vorbei. Die neue Ausstellung "Mythos Wald" wird wieder zahllose Gäste anlocken, überragende Publikumserfolge erzielen; die Zahlen der vorherigen Ausstellungen gingen in die Millionen. Gezeigt wird unter anderem die größte Innenraum-Lichtkunstinstallation der Welt, eine Baumskultptur, die allein durch ihre riesige Höhe - 35 Meter - ein majestätisches und meditatives Erlebnis vermitteln will. Was ihr ganz sicher gelingen wird ...
Mehr unter www.gasometer.de.
18. März 2026
DAS (!)
macht die KI aus meinem "Lesebuch". Gerade gefunden. Bei eurobuch.de. Dubios! (Ein paar der Einschätzungen finde ich definitiv schmeichelhaft - aber leider ist der Text insgesamt nur flach, irre, nicht von dieser Welt. Von daher sind auch die "Wertschätzungen" was wert? Genau: Nix!).
Also Vorsicht bei KI, liebe Leute! Auch die weiteren Angaben zu Preis und Verlag stimmen nicht.
Natürlich ist das Lesebuch trotzdem ein tolles Buch
... und bietet für 10 Euro einen wirklich repräsentativen Querschnitt durch mein literarisches Schaffen.
Seine Heldinnen: "Frauen, die unter dem Männlichkeitswahn leiden." Applaus. Klasse, Max!
15. März 2026
Jubiläumsmatinee
100 Jahre Max von der Grün
Der Lyriker Torsten Trelenberg rezitierte kongenial Texte des berühmten Kollegen. Applaus, Applaus!
Großer Bahnhof für einen Großen: In der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund fand eine Jubiläumsmatinee für Max von der Grün statt. Unter der Schirmherrschaft von Ina Brandes, NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft, näherte man sich vor dem Fan-Publikum dem streitbaren von der Grün an, den die meisten hier nur Max nannten: Geboren 1926 in Bayreuth, viel familiäres Hin & Her, Schule, Ausbildung. Soldat. Kriegsgefangen in den USA ... 1951 kam er ins Ruhrgebiet. Arbeit unter Tage, zweimal verschüttet - und doch blieb er, siedelte sich bis zu seinem Tod 2005 in Dortmund-Lanstrop an.
Er mochte die Menschen hier, das Fehlen von Dünkel, die klaren Ansagen.
Dr. Iuditha Balint, Herrin des Fritz-Hüser-Instituts, und Dr. Helen Wagner von der gleichnamigen Gesellschaft machten ihr Wort; Dr. Astrid Blome von der Bibliotheksleitung machte ihres zur Begrüßung der Gästeschar, auch Bürgermeisterin Britta Gövert in Vertretung von Alexander Kalouti. Später wurde unter der Moderation des leider bald scheidenden Kulturdezernenten Jörg Stüdemann noch ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert. Er konnte gut Kumpel sein, der Max, gut ein paar Bierchen trinken, daran erinnerte sich Kinderbuchautorin Jutta Richter. Tochter Rita von der Grün erinnerte sich an das Klappern der Schreibmaschine im Lanstropschen Zuhause - und zwar stets und ständig. Klaus-Peter Wolf, berühmt für seine Ostfriesenkrimis und Ruhri by nature (Gelsenkirchen), hat Max von der Grün viel zu zu verdanken. Der Max, bekannte er, sei Mentor für ihn gewesen, habe ihn immer bestärkt ...
Max von der Grüns Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt, teils auch verfilmt. Die "Vorstadtkrokodile" kennt wahrscheinlich fast jedes Kind. Er war gerecht denkend, in der Folge logischerweise oft sehr wütend und sehr politisch: "Nichts als gegeben hinnehmen" war ein Lieblingsmotto von ihm. Der Dortmunder Lyriker Thorsten Trelenberg trug kongenial einen köstlichen Text über ein gut gezapftes Bier und weitere Proben des literarischen Urgesteins vor. Toll!
7. März 2026
Vioolsonates in Middelburg
Middelburg ist die Hauptstadt der niederländischen Provinz Zeeland und eine unserer Lieblingsstädte hier in Hollands Süden. Viel Kunst, Konzerte, spannende Galerien und eine unglaublich prächtige teils Jahrhunderte alte Architektur machen jeden Besuch zu einem Fest.
10. März 2026
Eine lange Tradition hat das Straô-Frühjahrsreiten
auf Schouwen-Duiveland: Die robusten Kaltblüter werden aufwändig geschmückt und nach der Versammlung auf dem Dorfplatz reitet man im Corso zum Strand. Dort werden die Pferde ins Wasser getrieben - der Legende nach werden so böse Geister vertrieben und der Winter gleich mit. Jedesmal ein tolles Spektakel.
Und natürlich wieder Veere und das Meer ...
Das Meer ...
und Veere: uralte Hafenstadt, deren Reichtum auf dem Tuch- und Wollhandel mit England und Schottland beruht.
2. März 2026
Frederike for president!!!
Fast wäre die Lesung in der Künstlerkolonie in Berlin-Wilmersdorf ins Wasser gefallen: Der Herr mit der Schlüsselgewalt für den Veranstaltungsraum war verschütt gegangen - und ging nicht mal ans Handy. Aber dann! Dann mobilisierte Steffen Marciniak seinen Kontakt zu der legendären Frederike Frei, die gleich nebenan wohnt.
Und alles, alles wurde: gut.
Streng genommen war es das Beste, was uns passieren konnte, im Künstlerkolonie-Wohnzimmer der ehemaligen Schauspielerin und Schriftstellerin hochkarätige Lyrik zu lesen oder ihr zu lauschen. Danke für diese sehr besondere Gastfreundschaft der 81jährigen Grand Dame, die schon 1976 mit ihrer "Bauchladenlyrik" deutschlandweit Furore machte. Es war ein großartiges solidarisches Miteinander - ein bisschen skurril, ein bisschen witzig, liebevoll und mit sehr spannenden Gedichten von Niklas Elsenbruch, Karl Rodenberg, Steffen Marciniak und mir. Leider hat Ulrich Grasnick es nicht hoch bis in den fünften Stock geschafft und ein paar andere auch nicht. Die übrigen tapferen Zwanzig werden den Abend so schnell nicht vergessen. In mir hallt er noch immer nach, und das wird ganz sicher noch eine ganze große Weile so bleiben. Danke an Steffen Marciniak für sein beherztes Handeln unterm Berliner Vollmondhimmel. Und als wir die fünf Etagen erklommen hatten, war uns schon gar nicht mehr kalt ... Und später so warm ums Herz wie lange nicht in diesen dunklen Tagen.
27. Februar 2026
Liebermann-Villa am Wannsee
Einer meiner Lieblingsorte in Berlin, der mich immer wieder berührt. Beglückt. Und tief erschüttert. An diesem sonnigen Februartag zeigte sich schon der Frühling; Schneeglöckchen waren entlang der Birkenallee zu sehen und Krokusse - und auf dem Wannsee trieb noch das Wintereis. Welch eine Erfrischung für den Geist und die Seele.
26. Februar 2026
Boris Greff liest ...
im Auftrag des Verlags der 9 Reiche - als Einstimmung auf die Lesung am 1. März in Berlin.
17. Februar
Besuch beim Archivamt in Münster
Mitsamt meinen Unterlagen (und zur Verstärkung mit meinem Sternchen an der Seite) Besuch beim LWL-Archivamt für Westfalen. Nachdem ich nun genauso lange in Dortmund lebe wie die Zeit davor in Hamburg - nämlich stolze zwanzig Jahre -, ist der "regionale Bezug" zu Westfalen hinreichend hergestellt. Also ab mit dem Vorlass ins Münsteraner Archiv, von wo aus angefragt worden war: Da man an mir als Schriftstellerin großes Interesse habe, würde man sich über einen Besuch zur Klärung von Vor- und Nachlass sehr freuen. Hey, das hebt natürlich ...
Das Vorgespräch mit Prof. Dr. Höppner von der Literaturkommission sowie Katharina Tiemann und Dr. Jutta Nunes Matias für das LWL-Archivamt war spannend und freundschaftlich. Es wurde diskutiert, erläutert, nachgefagt und viel gelacht. Zum Schluss sind wir staunend durch die klimatisierten Kellerräume gelaufen; als Höhepunkt hat Dr. Jutta Nunes Matias originale Handschriften der Annette von Droste-Hülshoff gezeigt.
Gänsehaut!
Demnächst wird es dann die Gelegenheit geben, dort meine Unterlagen einzusehen, zu sichten, ggf. damit zu arbeiten. Bis dahin ist es noch ein bisschen Arbeit auf beiden Seiten. Ich freue mich sehr darauf und danke schon einmal für die erste Kontaktaufnahme und das wunderbare erste Gespräch.
9. Februar 2026
Endlich: DAS MÜTZCHEN !!!
Es ist als Foto endlich aufgetaucht! Das Bild - ein zerkratztes Polaroid - habe ich nach langer Suche nun in den TIefen eines Kartons wiedergefunden. Mon dieu!
Mehr dazu siehe hier weiter unten, 2. Januar!
Es entstand Mitte der 1970er Jahre während meines Studiums in Marburg an der Lahn im Alten Schlachthof an der Biegenstraße. Keine Ahnung, wer es gemacht hat. Der Alte Schlachthof steht schon lange nicht mehr - sehr schade! Links der uralte Ölofen, mit dem man die Bude einfach nicht warm kriegte. Eben deshalb ja auch das Mützchen, selbst gehäkelt, dicke Puschen und abends ein Pülleken am Start oder ab nach gegenüber in den Schwarzen Walfisch. Slogan damals (einer von vielen mehr oder weniger bekloppten): "Dummheit frisst. Intelligenz säuft." Nun ja ... Manche sind da auf der Strecke geblieben. Zuviel Pommes ...
9. Februar 2026
Leute, da kommt ihr nicht drauf:
Det bin icke als Garderobenfrau im Hansa-Theater am Steindamm in Hamburg. Ist gefühlt mehrere Millionen Jahre her. Noch immer sammle ich für den Vorlass des LWL-Archivs in Münster ..., und das Schürzchen hatte ich sozusagen undercover an: Ich habe für eine Reportage über das legendäre Varieté-Theater hinterm Hauptbahnhof recherchiert. (Ich hatte es ehrlich vergessen, mich dann aber gerne erinnert ...). Mehr unter www.hansa-theater.com
... und das bin ich als preisgekrönte Redakteurin
mit, seufz, Doris-Lessing-Frisur zusammen mit der bewunderungswürdigen Elisabeth Selbert, einer der wenigen Mütter des Grundgesetzes, bei der Preisverleihung des ersten Elisabeth-Selbert-Preises auf Schloss Wilhelmshöhe in Kassel. Ministerpräsident Holger Börner war damals am Start, und an dem
Tag war "gedeckte Tageskleidung erwünscht"; ich hatte null Ahnung, was das wohl sein könnte. Ein Kleid vielleicht? Ich hab's mal versucht ... Die Stola hatte mir, glaube ich, die Frau meines Chefredakteurs, Waldemar Friauf, ausgeliehen - in jedem Fall war ich damit gedeckt, wenn auch nicht glücklich. Die Landeshauptstadt (BRD) war übrigens damals Bonn am Rhein. Das Preisgeld gab's in D-Mark. Und man wurde an einem Briefende "mit vorzüglicher Hochachtung" gegrüßt. Das waren, verdammt nochmal, Zeiten!
Und dann noch so dies und das.
Zum Beispiel: Hörspiel (nur eins!, war mir zu flüchtig) beim WDR. Rezensionen für die Virginia Frauenbuchkritik. Reportagen über kleine Läden auf dem Hamburger Kiez, zusammen mit Birgit Lohmeyer, damals Hölscher.
Wir waren eine ganze Weile befreundet und sind viel zusammen durch die Gegend gestromert, St. Pauli meistens, wo wir beide wohnten; sie hält mutig und unbeirrt schon seit Jahren zusammen mit Horst Lohmeyer im nordwestmecklenburgischen Jamel die Stellung. Stichwort: Jamel rockt den Förster.
Mehr unter www.forstrock.de
6. Februar
Schneenacht (im März)
2., 3., 4. ... Version
Diese Version könnte die (vorerst?) letzte sein ... Anklicken, reinhören. Vergleichen.
5. Februar 2026
Schneenacht
(c) Ursula Maria Wartmann 2026
Aus: Feministische Tiergedichte- der immerwährende Posterkalender. Antje Kunstmann Verlag
30. Januar 2026
Auch wir bleiben dran!
Und so hatte blockado.info eingeladen: "Jeden letzten Freitag im Monat laden die Neonazis der Partei „Die Heimat“ zum „Offenen Abend“ in die Thusneldastraße nach
Dortmund-Dorstfeld ein. Sie werben dabei besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen um Nachwuchs. ...
Wir werden dem Treiben der Dorstfelder Neonazis auch in diesem Jahr nicht tatenlos zusehen. Im Januar starten wir mit einer Kundgebung. Und auch in den kommenden Monaten werden wir gemeinsam mit verschiedenen Akteur:innen aus der Dortmunder Stadtgesellschaft gegen die „Offenen Abende“ aktiv."
Heute waren auch die OMAS GEGEN RECHTS Dortmund-West dabei und haben zur ersten Demo 2026 auf dem Wilhelmplatz eine zündende Rede gehalten. Auch wir bleiben dran!
28. Januar 2026
Blanc de noir
wörtlich: "Weißer aus schwarzen (Trauben)" ist einfach nur gut - ein echter Weingenuß, der an der Ahr zur Vollendung gebracht wird. Die Farbstoffe einer Traube befinden sich fast vollständig in der Haut. Wird der Saft von den Schalen getrennt, und zwar vor der Gärung, ist das Ergebnis heller Wein. Etwas dunkler ist der Blanc de noir im Gegensatz zum Blanc de blanc, aber nicht wirklich roséfarben. In jedem Fall eine besondere Köstlichkeit, die wir von unserem Ausflug ins Ahrtal mitgebracht haben.
27. Januar 2026
Holocaust-Gedenktag
Die OMAS GEGEN RECHTS DORTMUND-WEST waren zum Gedenken an den Holocaust und die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau auf dem Platz vor der Reinoldikirche zusammen gekommen. Wir haben Flugblätter verteilt und sind mit etlichen Leuten ins Gespräch gekommen. Was immer wieder auffällt (und ein bisschen glücklich macht): Viele junge Leute, darunter viele junge Fauen, freuen sich, dass es uns gibt, sind interessiert und geben ihrer Wertschätzung Ausdruck.
Das ist toll. Und das gibt immer wieder auch Kraft. (Vor allem, wenn es ziemlich kalt draußen ist und es auf der Couch ehrlich gemütlicher wäre ...).
23. Januar 2026
Work in Progress
Nina Gygax, Leiterin der JVA Dortmund, war zu Gast für ein langes und spannnendes Interview. Demnächst in der bodo und bei den Nordstadtbloggern. Jetzt geht die Arbeit richtig los.
21. Januar 2026
Wie jetzt? Klar fahre ich!
Am 1. März ist endlich meine Berlin-Premiere für die Bleichwiesen. Ort, Uhrzeit etc. folgen. Ick freu mir wie Bolle, wa?!
16. Januar 2026
Lyrik & Co.: Werkstattgespräch im Haus Rode
Eingeladen hatten die Dortmunder SPD Frauen mit ihren zwei Vorständinnen Ulla Pulpanek & Monika Driesner-Görke. Und alles kam gut: Kinderbuch, Essay zum Knappenberg in Oberhausen, den viele vom Besuch des CentrO aus der Ferne kennen. Die Kurzgeschichte zum jüdischen Friedhof in Hamburg-Altona. Und, wundersamerweise, meine Lyrik, die offenbar bei vielen einen Nerv traf, obwohl dies keine Lyrik-Veranstaltung war.
Erklärungen haben zum Verständnis sicher beigetragen: Zum Beispiel zur Entstehungsgeschichte meiner Lyrik oder zu einzelnen Gedichten, zu Absichten und ästhetischen Gesichtspunkten - und natürlich der Hinweis, dass er hier kein Richtig oder Falsch gibt. Ganz plakativ bringe ich das so auf die Formel: Entweder man heult. Oder sagt: so what!?
Es ist, wie es ist ...
Es war in dieser Form mein erstes Werkstattgespräch vor einem solch bunt gemischten Publikum, und es war gelungen. Die Leute waren begeistert; ich war es auch.
Bleibt Kurt Schroer zu erwähnen, Herr über Haus Rode, und seine zwei Mannen am Tresen und in der Küche. Freundlich, leutselig und interessiert haben sie den Laden geschmissen. Und ganz nebenbei am Ende der Veranstaltung einen wirklich vorzüglichen Grünkohl auf den Teller gebracht. Sowas sollte man öfter machen: Literatur und lekker wat auffe Gabel ... Danke auch von dieser Seite an alle, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben.
10. Januar 2025
In Linz neulich geschrieben ...
jetzt in den Signaturen. Das ging schnell. Danke an Kristian Kühn.
Lust auf mehr? Die ganze Rezension unter signaturen-magazin.de
oder gleich hier unter Rezension .
9. Januar 2026
Gesehen im Spätherbst im Kloster Cismar, im Klostercafé ...
8. Januar 2026
Hochstapeln ...
Schon mal ein paar Bücher zusammengesucht. Aus einigen davon werde ich am 15.1. in Hörde lesen. Die beiden oben - witzigerweise beide mit meinem Konterfei - sind die zwei erst vor kurzem erschienenen Bücher.
Anmelden bitte bis zum 9.1. - aber wer es vergisst, hat wahrscheinlich auch spontan die Chance auf Einlass.
Der Eintritt ist frei. Bücher (Lyrik, Erzählungen, Romane, auch ein Kinderbuch) werden gerne verkauft und signiert. Runterscrollen bis zum 4.1., da steht ein bisschen was zum Procedere. Ich freu mich auf euch.
Und morgen wird dann abgeschmückt. Ich weiß auch nicht: Irgendwie hätte ich am liebsten das ganze Jahr über Weihnachten ...
7. Januar 2026
Scheiterhaufen
Sie treiben auf Eisschollen aneinander vorbei
Insel um Insel zum rettenden Festland während
ihr Leben unter den blutenden Fußsohlen schmilzt.
Im Hafen dampft ihr Blut rote Blumen
in den nassen Asphalt mischt sich Luft mit
dem Dunst heißer Butter am Herd
stehen die Großmütter, rösten Zwiebeln und
schichten Kruzifixe zu Scheiterhaufen: Sie
erschlagen die Fremden die nackt um ein Lächeln
bitten die Skrupel streichen sie mit knotigen Fingern
am steifen Brokat der Vorhänge ab.
aus Ursula Maria Wartmann: Am Ende der Sichtachse,
edition offenes feld 2021
6. Januar 2025
Silvester am Rhein
... und ein Ausflug ins Ahrtal. Der Zufall führte uns nach Dernau an der Ahr, die fast so harmlos wie die Emscher in Dortmund daherfließt. Doch das verheerende Hochwasser vom Sommer 2021 hat die Menschen hier wie überall im Ahrtal das Fürchten, das Grausen gelehrt. Sie nennen es auch nicht Hochwasser hier. Sie nennen es: FLUT. - In Mayschoss-Altenahr liegt die älteste Winzergenossenschaft der Welt, gegründet 1868. Der Blanc de noir, ein aus Rotweinsorten gekelterter weißer Wein, ist unglaublich gut; in Mayschoss gibt es ihn in bester Qualität. Und dann nichts wie rüber über den Rhein zurück nach Linz; die Fähre pendelt täglich von 5.15 bis Mitternacht und wird stark frequentiert. Von Einheimischen und Touris wie uns.
5. Januar 2026
Jahreswechsel am Rhein
Ein paar Autominuten südlich von Bonn liegt Unkel. Ein malerisches Städtchen mit besonders schöner Rheinpromenade. Willy Brandt hat hier lange Jahre bis zu seinem Tod gelebt; es gibt ein Forum, wo seine Geschichte nachgezeichnet wird - sehr sehenswert. Man kann hier gut essen und trinken, flanieren und über den Lauf der Dinge sinnieren ... Konrad Adenauer fand hier von September 1935 bis zum Sommer 1936 nach seiner von den Nationalsozialisten betriebenen Ausweisung aus Köln Zuflucht im Pax-Haus in Unkel. Günter Wallraff lebte hier und hielt 1989 seinen Freund Salman Rushdie eine Weile lang vor iranischen Schergen versteckt ... Der Ort ist geschichtsträchtig. Sibylle Mertens-Schaaffhausen, Archäologin und Musikerin (1797 bis 1857) hatte ihre Sommerresidenz im Christinenstift, Johanna Schopenhauer (Mutter von Arthur S.) lebte um 1832 hier ... Die Liste ist deutlich länger; es lohnt sich, sich da ein bisschen einzuarbeiten.
4. Januar
Nebelschwaden über dem Rhein
Magische Momente am Erpeler Ley, einem fast 200 Meter hohen Plateau, das neben der Loreley und dem Drachenfels zu den markanten Basaltfelsen im Rheintal gehört. Unten sah man die Hand vor Augen kaum, oben strahlte die Sonne und dampfte zu unseren Füßen das Tal.
Unglaublich schön.
Schräg gegenüber am Berg hoch über dem Rhein die Wallfahrtskirche St. Apollinaris - Kleinod im neugotischen Stil. Das Kircheninnere ist vollständig mit Wandmalereien versehen. Die Kirche wurde 1857 fertiggestellt und geweiht.
3. Januar 2026
Macht wieder glücklich ...
Die Arbeit an einer Rezension. Ulrike Titelbach, promovierte Germanistin, junge Kollegin aus Wien, hat einen spannenden quasi "zweisprachigen" Gedichtband herausgebracht: in Hochdeutsch und einem oberösterreichischen Dialekt. Intensiv sind ihre Dreizeiler, mit einem ungewöhnlich wertschätzenden Blick auch auf die allerkleinsten Dinge. Sehr besonders. Erscheint bald.
2. Januar 2026
Termin in Münster klargemacht ...
... und neulich schon mal jede Menge Zeug zusammen gesucht:
Diplomsoziologe
Lang ist's her, dass Frauen diesen Titel bekamen, ganz so bekloppt isses nicht mehr, da sind wir schon ein Stückchen weiter und Soziologinnen, wenn das Geschlecht es denn hergibt.
Das bunte Mützchen wandert auch ins Münsteraner Archiv (siehe oben); ich hab es vor ca. 45 Jahren (Hilfe!!!) gehäkelt.
Da lebte ich in einer schrecklich-schönen Chaos-WG im Alten Schlachthof mitten in Marburg - gegenüber der legendäre "Schwarze Walfisch" -, wo die Winter echt und ehrlich hart waren. Die Bude wurde (uralte Ölöfen) einfach nicht warm, deshalb musste man viel Glühwein trinken, gelegentlich mit Schuss, und die grauen Zellen mit einem bunten gehäkelten Mützchen warm halten. Und zwar unbedingt, denn es wollte ja gedacht, gelegentlich gedichtet und möglichst auch noch ein Diplom gemacht werden.
Später hat mir das Mützchen immer mal wieder durch Schreibblockaden geholfen.
Der Presseausweis stammt aus Hamburger Zeiten. Die Notizen sind Entwürfe für meinen ersten Lyrikband.
1. Januar 2026
Linz am Rhein
Am Nachmittag hoch oben am Berg St. Martin besucht, 1206 erbaut und voller Kostbarkeiten. Dem Marienaltar, dem Gnadenstuhl, der monumentalen Malerei, archaisch und Ehrfurcht einflößend ... Hier gibt es einen wunderschönen Blick übers Städtchen bis hinunter zum Rhein. In der Ferne gegenüber der "Erpeler Ley", wo es ebenfalls sensationelle Ausblicke ins Land gibt.
Mit Einbruch der Dunkelheit nochmal durchs Städtchen geschlendert. Verträumte Gassen und lauschige Plätze, schönes Fachwerk und kleine Geschäfte. Und rheinischer Frohsinn: Karneval naht.
Ich wünsche uns allen
ein gutes
2026
in Frieden
ein Jahr
voller Kraft und Erfülltsein
voller Liebe und Lebensfreude
und voll von Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und
Zivilcourage!